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PC-Tipps

Sicher Surfen

Der Hauptweg, über den sich Ihr Computer heute mit Schädlingen infizieren kann, sind ganz normale Internet-Seiten. Im Gegensatz zur Phishing-Mail, bei der Sie den Trojaner durch eingenhändiges Klicken in Ihr System laden, haben Sie beim Surfen im Internet keine Chance, sich zu wehren, weil Sie es nicht einmal bemerken - es sei denn, Sie verwenden einen Script-Blocker, wie "NoScript".

"Das größte Risiko für den Computer sitzt immer noch vor der Tastatur", war der Lieblingsspruch von Georg Schnurer (stellvertretender c’t-Chefredakteur) in der einstigen Fernsehsendung c’t magazin.tv. Das stimmt zwar immer noch, aber oftmals hat selbst der beste Spezialist keine Chance, wenn es sich um einen sog. "Drive-by-Download" handelt. Allein der Aufruf einer infizierten Internetseite kann ausreichen, den Rechner mit Schadsoftware zu verseuchen. Leider sind solche infektiöse Seiten inzwischen nicht mehr nur in der Schmuddelecke des Internets angesiedelt, sondern können durchaus ansonsten harmlose Info-Seiten oder seriöse Web-Shops sein, deren Betreiber auf ihrem Server nicht ganz auf dem neuesten Stand sind. Wenn es Bösewichte schaffen, die Betriebssoftware durch irgendein aktuelles Sicherheitsloch zu durchdringen, sind sie in der Lage, die Seiten so zu manipulieren, dass die Computer der Besucher "im Vorübergehen" kompromittiert werden.

Folgendes können Sie dagegen tun:

  1. Halten Sie Ihren Computer und dessen Software auf dem neuesten Stand, damit bleibt die Angriffsfläche für bekannte Ungeziefer-Schlupflöcher klein.
  2. Installieren Sie einen Antivirus-Schutz, aber verlassen Sie sich nicht 100-%-ig auf ihn. Das klingt paradox, aber es gibt in diesem Leben sowieso keine absolute Sicherheit und Antiviren-Software schafft es, maximal ca. 80 % der Gefahren abzuwehren.
  3. Klicken Sie in Mails unbekannter Herkunft niemals auf einen Link - s. mein Tipp "Der klassische Phishing-Betrugsversuch.
  4. Installieren Sie einen JavaScript-Blockierer, wie z.B. "NoScript" für Firefox in Ihrem Browser.

Gerade diesen letzten Punkt halte ich für besonders wichtig und effektiv, denn NoScript sperrt den Datenfluss bereits, bevor irgendein Bit auf Ihren Computer übertragen wird. Es unterscheidet dabei nicht einmal zwischen "Gut" und "Böse", sondern es blockiert einfach. Diese Vorgehensweise hat einige Vor- allerdings auch Nachteile:

+ Potentielle Schädlinge werden nicht an ihren Computer heran gelassen. Der Antivirus dagegen, kann erst wirksam werden, wenn die böse Datei bereits auf Ihrem Computer gelandet ist.

+ Auch "halb-gute" Sachen, wie unerwünschte Werbung, die einem mit viel Geblinke den Bildschirm zumüllen und vom eigentlichen Inhalt ablenken, werden i.d.R. geblockt.

+ Die Seiten bauen sich schneller auf, weil weniger Daten fließen.

+ Spähprogramme, die versuchen, Sie als Individuum wiederzuerkennen und Ihr Surfverhalten analysieren, um so ein möglichst genaues Konsumentenprofil von Ihnen anzulegen, werden wirksam ausgebremst. Auf praktisch jeder Internet-Seite laufen heute Module, wie Google-Analytics, Facebook- und weitere Analysemodule.

- Viele Seiten funktionieren nicht oder nicht mehr richtig, wenn JavaScript nicht ausgeführt wird. Die Blockade muss daher einige Dinge differenzieren und oft sind Sie als Anwender gefragt und müssen fallweise einzelne Module frei schalten. Das verringert den Bedienkomfort. Die genannten Vorteile sollten Ihnen das aber auf jeden Fall wert sein.

In einem kommenden PC-Tipp werde ich Ihnen eine Kurzanleitung geben, wie Sie NoScript installieren, optimal konfigurieren und im laufenden Betrieb damit umgehen.